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Weltkulturerbe
Es ist zwar keine Seltenheit, dass die Unesco die Auszeichnung
"Weltkulturerbe" vergibt, schmücken tut sie aber natürlich
dennoch. Spanien ist besonders reich gesegnet mit dieser Ehrung.
30 spanische Stätten sind in die Liste aufgenommen, von der
Moschee in Córdoba, über die Höhlen von Altamira in Kantabrien,
Segovias Altstadt mit dem römischen Aquädukt, den Nationalpark
von Doñana in Andalusien, den Palmenhain in Elche und die
Mudéjar-Architektur in Aragonien. Hinzu kommen neun Weltkulturerbe-Städte.
Hier ein kleines Who is who:
Alcala de Henares:
Es lebe die Bildung - in der Alcala de Henares wurde 1508
eine der ersten Universitäten des Landes gegründet. Und Spaniens
Goethe, Miguel de Cervantes, kam hier zur Welt. Der "Don Quijote"
ist übrigens nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein sehr
witziger Roman.
Ávila: Weltweit gibt es keine
mittelalterliche Stadtmauer, die der von Ávila das Wasser
reichen kann: zwölf Meter hoch, drei Meter breit, zweieinhalb
Kilometer Umfang und mit 82 Türmen geschmückt.
Cáceres: Nirgendwo
sonst in Spanien drängen sich die historischen Bauten auf
so engem Raum: mittelalterliche Paläste mit Türmen, dazwischen
Kopfsteinpflaster und hunderte von Storchennestern.
Córdoba: Die große
Moschee zählt hunderte von Säulen; sie war das geistige Zentrum
des maurischen Spaniens.
Cuenca: Tiefe Schluchten
umgrenzen das Felsplateau, auf dem sich Cuenca erhebt; die
Folge: die "Hängenden Häuser" scheinen über den Abrund zu
schweben.
Salamanca: Auszeichnung
für ein Architekturmuseum von Stadt, gold glänzend und mit
Spaniens ältester Universität geadelt. Ideal zum Spanisch
Lernen.
Santiago de Compostela:
DAS Pilgerziel: In der Kathedrale soll der Apostel Jakobus,
der spanische Nationalheilige, begraben sein.
Segovia: Fast 2000
Jahre alt ist Segovias römisches Aquädukt und dazu rund 30
Meter hoch und fast 800 Meter lang - eine gigantische Wasserleitung
sozusagen. Mit dabei: eine Burg und viele romanische Kirchen.
Toledo: Die Altstadt
liegt auf einem Hügel oberhalb des Tajo und erntet die Früchte
ihrer Multikulti-Geschichte mit Juden, Christen und Moslems
als Protagonisten.
Schöner essen Lange Tage für den Magen
Ganz bescheiden geht es jeden Tag los: mit einem Milchkaffee
zum Frühstück. Doch dann drehen die spanischen Mägen allmählich
auf. Bis zum Mittagessen lassen sich die Spanier zwar viel
Zeit - leicht bis zwei Uhr nachmittags -, aber vorher versorgen
sie sich in der Bar um die Ecke mit einem belegten Brot, einem
"bocadillo", oder mit "tapas": Käse, Oliven, Garnelen, etwas
Schinken, Kroketten oder Salate. Die Tapas tun sich am Tresen
hinter Glasvitrinen schön und haben sogar das Zeug zur ausgewachsenen
Mahlzeit: Wer eine Portion, eine "ración", davon bestellt
oder zwei, wird schnell satt. Das Nachtmahl findet nicht vor
neun Uhr statt, meist sogar erst gegen zehn. Um das auszuhalten,
ziehen die Spanier wieder los, und greifen zu Tapas oder auch
zu etwas Süßem, etwa den köstlichen "Churros con chocolate",
Schmalzgebäck mit heißer Schokolade. Gegen sieben Uhr abends
sind die Cafés voller Frauen jeden Alters, die sich zum Schwätzchen
treffen.
Spanien in Feierlaune
Irgendwo ist immer Fiesta. Wenn in Valencia riesige Pappmaché-Figuren
lichterloh brennen oder sich in Barcelona Menschenpyramiden
formieren, wenn Stiere wagemutige Männer durch Pamplona hetzen
oder galicische Wildpferde sich zu Ehren des Heiligen Lorenzo
die Mähne stutzen lassen - dann ist mal wieder Feststimmung
in Spanien. Zwar gibt es anerkannte Höhepunkte wie den Karneval
auf Teneriffa oder die Prozessionen der Karwoche in Sevilla
(siehe Umschlaginnenseite). Besucher können sich aber getrost
auf ihr Glück verlassen und vor Ort einfach nach dem nächstgelegenen
Fest fragen. Da jedes Dorf seinen eigenen Schutzpatron hat
und ihn einmal im Jahr ausgiebig würdigt, ist die nächste
Fiesta selten weit. Zusätzlich streuen Wein- und kulinarische
Feste, Meeresprozessionen und Krippenspiele - je nach Region
- Festlaune ins ganze Jahr. Buchtipp: Rolf Neuhaus: "Fiestas
- Spanien im Festrausch" (inklusive Kalender mit über 800
Fiestas.), Verlag Winfried Jenior, 14,- Euro.
Picassos Traum ist wahr geworden
Das Elend hat ein Ende. Lange Zeit gab es für Picasso-Pilger
in Málaga nur das Geburtshaus des Weltstars zu besichtigen,
der hier 1881 zur Welt kam. Seit 2003 hat die andalusische
Hafenstadt ein echtes Picasso-Museum: Rund 250 Ölgemälde,
Skulpturen, Zeichnungen, Stiche und Keramiken haben die Picasso-Erben
Christine und Bernard Ruiz-Picasso dem neuen Museums zur Verfügung
gestellt. Neben der ständigen Sammlung will das Picasso-Museum
in wechselnden Ausstellungen Themen aus der Welt des Künstlers
und seiner Zeitgenossen aufgreifen. Standort des Museums ist
der Palacio de Buenavista, ein typisch andalusischer Palast
aus dem 16. Jahrhundert mitten in Málagas Altstadt. Picasso
selbst hatte schon ein Auge auf diesen Ort geworfen, um seinen
Traum vom eigenen Museum zu verwirklichen.
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